Photo Sharing and Video Hosting at Photobucket
  Startseite
  Archiv
  Monsieur Maxwell.
  Gästebuch
  Kontakt
 


 

Photo Sharing and Video Hosting at Photobucket

http://myblog.de/monsieurmaxwell

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
19.12.2007 - Pessimismus.

Hallo zusammen,

Viele Menschen um mich herum sagen zu mir, dass ich zu pessimistisch bin und dass ich mich darum nicht wundern bräuchte, warum ich immer wieder über Situationen und Menschen in meinem Leben enttäuscht wäre.
Okay, diese Aussage nehme ich an. Ja, ich bin pessimistisch, das gebe ich auch offen zu. Ohne Wiederrede (siehe mein Profil). Über was ich mich allerdings ärgere ist, dass mir dann viele Menschen versuchen, ihren Optimismus zwanghaft aufzudrücken. Man argumentiert, dass er ja viel besser sei, dass es einem damit auch besser geht und dass die Welt allgemein mit einer optimistischen Betrachtung eh viel besser wäre. Genau diesen Standpunkt vertrete ich nicht! Wie ich den Pessimismus sehe, versuche ich Euch im folgenden Beitrag zu erklären.

Wenn man Pessimist ist, dann erkennt man, dass alles in der Welt schlecht ist. Die Beziehungen zwischen den Menschen, die sozialen und kulturellen Missstände als auch die politische Situation wird als schlecht bewertet. Man mag diesen Zuständen nichts Gutes abgewinnen, denn oft empfindet man dies dann als Augenwischerei. Man argumentiert, dass in absehbarer Zeit eh nur das Schlechteste dabei resultiert.
Die Optimisten hingegen sehen überall das Gute walten und vermögen es in jeder noch so schlimmen und schlechten Situation den guten Ausweg zu sehen. Gutes Handeln maximiert das Gute (kann man überhaupt von "dem" Guten auf der Welt sprechen?) allgemein und somit das Gute auf der ganzen Welt. Für den Optimisten läuft sämtliches Handeln, alle Interaktionen und sonstige Taten auf das Gute hinaus.

In meiner Sichtweise jedoch heißt Pessimismus in keinster Weise Resignation oder dauerhaft anhaltendes schwarz sehen. Für mich bedeutet Pessimismus eher Mut zur Handlung!
Ein Beispiel: Erkenne ich z.B. die sozialen Missstände in unserer Gesellschaft an (soziale Unterschicht oder das sog. "Prekariat" [so ein Wort konnten sich nur Politiker ausdenken]) und beurteile diese Handlung negativ, indem ich behaupte, dass diese Entwicklung ein böses Ende nehmen würde und dass Politik und Wirtschaft versagt hätten. Aus der Sicht der Optimisten bin ich wieder ein Schwarzseher, ein unverbesserlicher Kritiker. Durch die Erkenntnis des Schlechten und dessen Annahme aber wird in mir eine Reaktion ausgelöst, die versuchen möchte, diesen Zustand zu ändern, also ein gewisses selbstloses Mitleid wird hier hervorgerufen. Man wandelt damit die negative Kraft des Pessimismus in eine positive Glaubens- (nicht im Sinne der Religion zu verstehen) und Schaffenskraft um, die zumindest einen kleinen Bruchteil des Schlechten ändern möchte.
Ebenso lässt sich dieses Beispiel auf menschliche Eigenschaften und Beziehungen übertragen.
Dieser von mir genannte "optimistische Pessimist" muss sich jedoch immer wieder ins Bewusstsein rufen, dass es das allgemeine, allumgreifende Gute nicht gibt.

Optimisten hingegen wollen ja bekanntlich alles Gute erkennen, Gutes erhalten und bei Bedarf durch das Aufbringen von weiteren Guten das maximale Gute erhöhen. So kann es jedoch meiner Meinung nach dazu kommen, dass eigentlich schlechte Sachen von einem Optimisten als gut und sittlich erachtet werden, so dass er darin keinen Handlungsbedarf sieht. Einmal auf dieser Linie eingeschossen kommt er aus seinem Denkmuster nicht mehr raus und beurteilt das Schlechte immer noch als gut, auch wenn es an schlechten Eigenschaften weiterhin zugenommen hat. Dies hat u.a. zur Folge, dass sich der Optimist darauf versteift, einfach alles als gut anzusehen! Veränderungen sind nach seiner Sichtweise nicht notwendig oder nicht mehr möglich, da das maximale Gute ja vielleicht bereits erreicht wäre. Somit macht sich ein gewisser Konservativismus breit, der in Starre, Resignation sowie Verblendung endet. Man sieht die Welt und das Leben nur noch durch die rosarote Brille.

Zum Abschluss möchte ich noch ein Zitat anführen, durch welches ich mich ein wenig bestätigt fühle: „Ein Pessimist ist ein Optimist, der nachgedacht hat." (Charles Laughton).

Nichtsdestotrotz ist eine Diskussion natürlich erwünscht! ^^

Oh mann . . . ich schreibe morgen Deutsch-Klausur. Ein Vergleich zweier Gedichte sowie deren Zuordnung zu einer bestimmten literarischen Epoche. Es ist total komisch irgendwie, wenn man bedenkt, dass dies (hoffentlich) meine letzte Deutsch-Klausur in meinem Leben wird, da wir ja in den Leistungskursfächern in 13/2 keine Klausuren mehr schreiben. Komisch, wenn etwas zu abrupt abgeschlossen wird.

Zum Schluss darf natürlich nicht die musikalische Empfehlung für Mittwoch, den 19.12.2007 fehlen:
The Kills - U.R.A. Fever

 

Sincerely,
Maxwell.
19.12.07 16:56
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung